Ressourcengruppe AD[H]S mit Lebenslust

Die 4 Abende im Oktober/November 2026 leite ich gemeinsam mit meiner lieben Kollegin Dr. Christine Kompatscher.

Einschreibungen sind offen.

Wenn du Interesse hast, mehr Infos brauchst oder dich anmelden möchtest, melde dich direkt bei mir oder bei Christine.

Weltsachen verstehen auf Deutsch

Es gibt wenige Informationskanäle in deutscher Sprache, die über Weltpolitik/Geopolitik berichten, denen ich vertrauensvoll Gehör schenke. 

Dabei ist die Information bezüglich Geopolitik für mich absolut wichtig, um mich in dieser Welt selbstbewusst positionieren und bewegen zu können.

Die meisten deutschsprachigen Info-Kanäle fallen für mich in die Sparte von Medien, die unterm Strich von der Epstein-Klasse gelenkt sind.

Zu den wenigen deutschsprachigen Personen, die ich hingegen als Informant schätze, zählt Michael Lüders.

In dieser Rede, die er am gestrigen 22. Juli 2026 veröffentlich hat, bespricht er Kapitalismus-Imperialismus-Kolonialismus in Worten, die für mich klar sind. Er erklärt Zusammenhänge. Er beschreibt Kontexte. 

Dann gibt es in deutscher Sprache noch den Info-Kanal GEGEN DEN STROM von Patrik Baab, den ich auch sehr schätze.

Ansonsten informiere ich mich primär auch englischsprachigen Kanälen, wobei einige davon auch mit KI-Unterstützung in die deutsche Sprache übersetzt werden. Dazu gehören:

Transition Protocol German

Dialogue Works Deutsch

Glenn Diesen Deutsch

Danny Haiphong Deutsch

Neutrality Studies Deutsch

The Grayzone Deutsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

credit: mendesrocha. Mestre Goiano e Pabolo. Roda de Capoeira Angola da FICA-GO.
16 de Dezembro de 2009. Sede do DCE no Campus II da UFG. Goiânia - Goiás.

Capoeira Angola #1

Um certo dia,
perguntei a Seu Pastinha
O que era a capoeira?
Que ate entao ninguem sabía.

E ele, Mestre velho e respeitado,
Ficou um tempo calado,
Revirando a sua alma

Depois ele respondeu com calma,
Em forma de ladainha:

A capoeira
É um jogo, é um brinquedo,
É se respeitar o medo,
É dosar bem a coragem
É luta,
É manha de mandingueiro,
É o vento no veleiro,
Um lamento na senzala

É um corpo arrepiado,
É um berimbau bem tocado,
O sorriso do menino
A capoeira
É o vôo de um passarinho,
O bote da cobra coral.

Sentir na boca
Todo o gosto do perigo,
É sorrir para o inimigo
E apertar a sua mão

É o grito de Zumbi
Ecoando no quilombo,
É se levantar do tombo
Antes de tocar no chão

É o ódio,
É a esperança que renasce,
Um tapa explodiu na face
Foi arder no coração

Enfim,
É aceitar o desafio
Com vontade de lutar

A capoeira
É um barquo é um barquinho
Solto nas ondas do mar

È um peixe è um peixinho
solto nas ondas do mar camarada

Iè viva meu Deus!

 

Ich erinnere mich daran, wie Mestre Boca do Rio diese Ladainha sang, und mein Körper wird von einer ganz bestimmten Energie geflutet.

 

 

Polizeigewalt

...ist real, systematisch, strukturell verankert, institutionalisiert, tödlich.

Am 20. Juli 2001 wurde Carlo Giuliani während der Proteste gegen den G8 Gipfel in Genua on einem Carabiniere erschossen.

Vorgestern, am 19. Juli 2026, wurde Abderrahim Fakir in Bologna von Polizisten getötet.

[Ähnlich wie George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis, Minnesota (USA) von Polizisten ermordet wurde.]

Es gibt ein Video vom Vorgang des Polizeieinsatzes. Auf dem Video sehen wir klar , wie die Polizisten den Mann über sechs Minuten lang am Boden "sichern", mit den Knien im Genick. Bis er tot war. Sanitäter standen dabei und haben nicht interveniert, bis er gestorben ist. Hier noch ein Augenzeugenbericht.

In einem WhatsApp-Chat, in der es sonst um Solidarität mit Palästina geht, argumentiert eine (weiße) Person: der Mann wäre teilweise selbst Schuld an seinem Tod, da er sich der Polizei gegenüber nicht ruhig verhalten hätte. 

[Abderrahim Fakir hatte Minutenlang um Hilfe! geschrien. Augenzeuge berichten davon, dass er schon vor dem Eintreffen der Polizei absolut verstört wirkte. Er war schon vorher wirr umhergelaufen und hatte lauthals um Hilfe! gerufen. Er wirkte verstört, wirr, nicht bei Sinnen. Hatte mit seinem Kopf gegen eine Wand geschlagen und immer wieder Hilfe! gerufen]

Ich verweise im WhatsApp-Chat darauf, dass der Fokus auf individueller Schuld wenig dazu beiträgt, systematische Gewalt zu verstehen, durch die Menschen sterben. An der besonders Schwarze Menschen / Menschen of Color sterben. An der besonders ökonomisch benachteiligte, marginalisierte Menschen sterben. 

Polizeigewalt hat System.

Sie ist Teil systematischer, systemischer Gewalt, die eben auch in den Institutionen - und dabei besonders auch bei der Polizei - verankert ist.

Ich verweise darauf, dass die Polizei als Exekutivorgan organisierter Staatsgewalt auf die Anfänge des 18. Jahrhunderts zurückreicht, wo in South Carolina, in den Südstaaten der heutigen USA, weiße Siedler sich "slave patrols" organisierten um versklavte Menschen wieder einzufangen, wenn diese versuchten in die Freiheit auszubrechen.

Ich bin Sozialpädagoge und interessiere mich für Kampfsport und weiß, dass es viele Möglichkeiten gibt, Situationen zu deeskalieren und bei Bedarf einen Menschen zu sichern, ohne ihn zu töten. Besonders, wenn er unbewaffnet ist. Besonders, wenn er in der Unterzahl ist und nicht etwa ein MMA-Profi. 

Ich verweiße darauf, dass es in einer gerechten Gesellschaft auch möglich sein müsse, einen verstörten und ausfälligen Menschen zu sichern, ohne ihn zu ermorden. Und als allererstes müssten Polizeibeamte das schaffen.

Ich weiß zugleich auch, dass etwa die Polizei- und Carabinieribeamten bei uns im Lande kaum bis gar keine Ausbildung, Fort- und Weiterbildung in Deeskaliation, Selbstverteidigung, deeskalierendem Nahkampf erhalten. 

Zugleich ergibt sich aus einer schnellen KI-Recherche sofort, dass europäische (und auch italienische) Polizei-Sondereinheiten eng mit IDF und israelischen Polizeieinheiten zusammenarbeiten, auch in Training und Ausbildung. Auch jetzt noch, nachdem es soviele Belege dafür gibt, dass Israel seit Jahren einen Völkermord begeht.

Die von mir sehr geschätzte Prof. Dr. Natasha A. Kelly hat unter anderem ein Buch geschrieben mit dem Titel Rassismus. strukturelle Probleme brauchen strukturellen Lösungen. Der Titel ist Programm. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen. 

Polizeigewalt ist ein strukturelles, systemisches Problem.

Polizeigewalt ist ein Teil eines umfassenden Unterdrückungs- und Ausbeutungssystems, in dem Macht und Wohlstand massiv unausgeglichen sind. In diesem System zieht eine kleine "Elite" die gesamte gesellschaftliche Wertschöpfung, die ganze Macht bei sich zusammen, auf Kosten der Vielen. In diesem System werden die Vielen gegeneinander aufgehetzt, und dazu werden ganz besonders auch Rassismus und Klassismus geschürt.

Dieses System heißt Kapitalismus und es wird sich nicht von selbst ändern.

Ich drücke den Angehörigen von Herrn Abderrahim Fakir mein Mitgefühl aus. Mögen sie auch durch Trauer und Wut den Mut zum Leben erhalten. Meine Solidarität gilt allen Opfern von Rassismus und besonders auch von rassistischer Staatsgewalt / Polizeigewalt. 

Hier einige Dokumentationen zu rassistischer Polizeigewalt in deutscher Sprache, also primär betreffend die DACH Länder, wobei die Situation in Italien sehr ähnlich ist:

Rassistische Polizeigewalt - Kritik und Widerstand - Podiumsdiskussion

Rassismus bei der Polizei, hat das Tradition? Y-History

Hier noch in italienischer Sprache eine Doku über das, was 2001 in Genua geschehen ist. Wo Proteste gegen das Unterdrückungssystem der G8-Globalisten mit brutaler, faschistoider Polizeigewalt niedergeschlagen wurden. Der 23jährige Carlo Giuliani wurde dabei von der Polizei ermordet. Hunderte Menschen, größtenteils Student:innen, wurden durch die Polizei verletzt. Viele wurden krankenhausreif geschlagen, gefoltert und sexuell gedemütigt.

Wie so oft, wurden auch in Genua 2001 die gewaltbesetzten Taktiken des sogenannten "Black Block" als Rechtfertigung für die brachiale Polizeigewalt genutzt. Nicht nur ich hege starke Vermutung, dass der "Black Block" von Agenten der Staatsgewalt bewusst Handlungsspielraum bekam, wenn nicht sogar direkt infiltriert war, um die gesamte Protestbewegung zu kriminalisieren und die repressive Staatsgewalt zu rechtfertigen.

Und wo stehen wir als Gesellschaft heute, 25 Jahre danach?

Viele von uns trauern um Abderrahim Fakir und alle Opfer (rassistischer) Polizeigewalt. Viele sind wütend. Auf das gesamte System von Ungerechtigkeit. Viele tragen ihre Wut auf die Straße. Es ist vielfach gesünder, als sie immer nur runter zu schlucken. 

Ich danke den Menschen, die morgen am 22. Juli 2026 auch in Bozen um 19 Uhr im Gedenken an Abderrahim Fakir eine Demonstration einberufen haben. 

No Justice No Peace!

 

 

 

Dramadreieck

Das Dramadreieck Modell kommt aus der Transaktionsanalyse.

In so vielen Momenten meines Lebens kann ich dieses Modell ansetzen um zu überlegen, in welcher Rolle ich mich gerade bewege oder bewegt habe oder bewegen will. In welcher Rolle und welchen Verhaltensmustern sich mein Gegenüber oder andere Menschen bewegen. In den sozialen Spielen, in denen wir uns verheddern.

Es ist für mich ein sehr nützliches Modell für mein Leben, privat und in Arbeit.

Hier ein Link dazu zur Seite transaktionsanalyse-online.de

 

 

Zivilcourage und Intersektionalität

...bedeutet für mich unter anderem zweierlei.

Einerseits die persönliche Ermächtigung, für das Eigene einzustehen. Sich selbst zu spüren, wahr- und ernst zu nehmen. Die eigenen Grenzen zu achten, zu klären und zu verteidigen.

Zugleich auch couragiert für die Civitas einzutreten, für die Gemeinschaft. Und dabei Gemeinschaft inklusiv zu verstehen.

Dazu braucht es intersektionales* Verständnis. Ein Verständnis davon, wie Macht ungleich verteilt wird und Diskriminierungen funktionieren.

Sonst bleiben Empathie-Lücken offen und unsere Solidarität bleibt stark selektiv.

Zivilcourage muss geübt werden. Der Einsatz für soziale und ökologische (!) Gerechtigkeit muss geübt werden.

Wir alle wurden in unserer Sozialisierung darin geschult, Zivilcourage nicht zu üben sondern Unterdrückungsmechanismen zu internalisieren und zu reproduzieren.

Wenn wir unseren Mut und unsere Courage nicht üben, fahren andere mit uns Schlitten, egal ob wir das wollen oder nicht. Sie machen uns zum Schlitten.

In meiner Arbeit geht es mir auch darum, Mut, Courage und Zivilcourage zu üben, mit meinen Klient:innen und dadurch immer auch für mich selbst. Das ist ermächtigend. Ein Grund mehr, weshalb ich meine Arbeit liebe.



*hier einige Links zu Gesprächen von und mit Prof. Dr. Kimberlé Crenshaw, die den Begriff Intersektionalität geprägt hat 1 2 3  

Wenn du das in deutscher Sprache vertiefen möchtest, schreib mich an;)

A.T.C.C. Macht und Ohnmacht

Karl Heinz Bittl ist Mitbegründer des A.T.C.C. Ansatzes. Dabei geht es um konstruktive Konfliktbearbeitung. Ich habe den ATCC Lehrgang "Berater und Coach" absolvieren dürfen und Karl-Heinz auch über andere, kürzere Fort- und Weiterbildungen kennen gelernt.

Das ATCC Machtraum-Modell ist ein sytemisches Modell zur Machtanalyse. Es geht prinzipiell von einem positiven Macht-Begriff aus, wobei es im Machtraum-Modell bald sichtbar wird, dass Macht häufig in Ohnmacht kippt. Damit Macht positiv gelebt werden kann, müssen diesem Modell zufolge nämlich diverse Vektoren positiv besetzt sein: das Vertrauen, die Dialogik und die Verantwortung.

Wenn die Verhältnisse auf diesen Vektoren ins Negative rutschen, entgleitet die Macht in die Ohnmacht.

Das ist ein Modell, mit dem es sich arbeiten lässt. Ich habe es oft im Hinterkopf bei mir und nutze es gerne auch mal konkret als Analyse-Grafik in Beratung und Coaching. 

Wie immer ist ein Modell auch nichts anderes als das: ein Werkzeug, mit dem wir arbeiten können, solange es uns dienlich ist. 

Ich finde es jedenfalls sehr nützlich, Macht als positives Potential zu verstehen und zu überlegen, welche Zutaten und Zusammenhänge es braucht, um Macht so lebendig werden zu lassen, individuell und kollektiv.

Wie Karl Heinz auch schreibt:

Macht (nach dem ATCC-Ansatz) ist konstrukv. Wir Menschen nutzen Macht um die Werte im Zusammenleben zu ermöglichen. Miels Macht schaffen wir Menschen Gerechgkeit, geben der Wahrheit einen Raum, setzen uns für die Würde des Menschen ein, erhalten wir unsere Gesundheit. (siehe: Lebens Werte) Durch Macht bekommt die Gruppe oder Organisaon einen sicheren Rahmen. Auf Grund langer Erfahrungen von Ohnmacht, wird diese wichge ordnende Kra negav wahrgenommen. In dem negaven Bild bleibt Macht destrukv und
produziert Ohnmacht. Diese Kulturelle Prägung führt zur Leugnung von Macht. Durch die Leugnung entstehen heimliche Machtstrukturen. Diese sind schwierig zu bearbeiten. Ist Macht
offen verhandelbar, dann kann Macht konstrukv für die Gruppe eingesetzt werden.

 

Ausbeutungssysteme Nein Danke

Systeme wollen sich eigentlich nicht ändern, sondern sich stur erhalten. 

Was bewege ich mich dann in einem Gesellschaftssystem, das in vielen Belangen auf Ausbeutung baut?

Manche Menschen glauben ja nach wie vor dem kolonialrassistischen Narrativ des weißen Westens, wonach - aus weißwestlicher Perspektive gedacht - wir die Normalen und darüber hinaus auch die Guten bzw. von allen möglichen die Besten seien. Und alle anderen die Bösen und jedenfalls schlechter und minder.

So werden nach wie vor Ausbeutungsverhältnisse gerechtfertigt. Unsere Bomben sind dann die Guten, da sie Erleuchtung / Demokratie bringen.

Manche Menschen haben nach wie vor internalisiert, dass Frauen eigentlich ein Abstrich des Mannes seien und ihre Erfüllung nur im Dienen ihres Herrn finden können. Sowieso gibt es in jener Logik von Männern zu Frauen massive (Empathie-)Gräben, unüberwindbar und alternativlos. Gott ist dort eben männlich und sie deshalb aus sich heraus nie wirklich göttlich. Wer glaubt, diese Haltung sei passé und im eigenen Leben nicht mehr relevant?

Viele Menschen glauben nach wie vor, Kinder zu schlagen - und das können auch Worte sein oder Blicke - sei die richtige und einzig wirkliche Möglichkeit, ihnen den Umgang mit Grenzen zu vermitteln. Und außer diktatorischer Gewalt und erzieherisch-emotionaler Verwahrlosung gäbe es keine Alternativen.

Wer will kann bald erkennen, dass solche Systeme von Überheblichkeit, Ausbeutung und Unterdrückung nichts mit Respekt auf Augenhöhe zu tun haben und sicher nicht zur Erfüllung von Menschenrechten führen. 

Was machen wir, wenn solche Unterdrückungslinien nicht nur individuelle, persönliche Ausdrucksweisen sind, sondern in den vorherrschenden Gesellschaftssystemen eingeschrieben?

Wie bin ich selbst in solche Systeme eingeschrieben und umgekehrt? Wo sind meine Spielräume, um mit Unterdrückungsmustern zu brechen und Heilung zu ermöglichen? In mir und um mir?

Ich danke allen Menschen, die sich auch hier in Südtirol aktiv und couragiert für Frieden und Gerechtigkeit engagieren, wider die Kriegstreiberei, rassistische Hetze, kapitalistische Ausbeutung, patriarchale und adultistische Unterdrückung.

Besonders auch, um Traditionen von Gewalt und Leid zu unterbrechen. Transgenerationale Vererbung von Trauma muss nicht unbedingt sein.

Für alle konstruktive Zusammenarbeit in diesem Sinne bin ich offen und dankbar.

:::::::::::::::::::::::::::::::

If I must die,

you must live

to tell my story

to sell my things

to buy a piece of cloth

and some strings,

(make it white with a long tail)

so that a child, somewhere in Gaza

while looking heaven in the eye

awaiting his dad who left in a blaze–

and bid no one farewell

not even to his flesh

not even to himself–

sees the kite, my kite you made, flying up above

and thinks for a moment an angel is there

bringing back love

If I must die

let it bring hope

let it be a tale

 

- If I must die by Refat Alareer, 1979 - 2023

Wir Noi - No War!

(10.07.2026) Die NATO Führer:innen tagen in Istanbul und erzählen sich selbst, uns und der ganzen Welt, dass "wir" noch mehr Krieg brauchen. Mehr Aufrüstung. Mehr Waffen. Wir sollen uns wieder "kriegstüchtig" machen, bereit dazu, unsere Kinder und Zukunft zu opfern. Wie immer gekleidet in Worte wie "Verteidigung" und "Sicherheit". Wie immer getragen von Geschichten vom "bösen Diktator" der unsere "Zivilisation" bedroht... oder das "böse Volk".

Systemisch gesprochen frage ich mich nach der Ausnahme. War es immer schon so? Ich meine aus meiner zentraleuropäischen Perspektive aus gefragt. War es hier tatsächlich immer schon so? Jedenfalls schon sehr lange und diese Handlungsmuster stecken tief. 

Gab es jemals effektiven Widerstand gegen die Kriegstreiberei?

Ich will mich daran erinnern. Die Friedensbewegungen gegen den Vietnam-Krieg. Auch wenn ich damals selbst noch gar nicht geboren war, ist diese Erinnerungsarbeit jetzt in meiner Verantwortung. Wie haben sich Menschen - auch hier in Europa - in Vergangenheit gegen die Gräuel des kriegstreiberischen Imperialismus zur Wehr gesetzt? Wie hat sich Zivilbevölkerung mobilisiert und organisiert für Frieden?

Wie kann es sein, dass wir uns nach zwei absolut horrenden Weltkriegen heute wieder dafür entscheiden, Völkermord zu dulden oder gar zu unterstützen und auch einen weiteren Weltkrieg, der zudem sofort nuklear eskalieren kann?

Wie selbstvergessen sind wir?

Umgekehrt gefragt: Wie kann ich mich, wie können wir uns darauf besinnen, dass Frieden das Ziel eines erfüllten Lebens ist und nicht das gegenseitige Verletzen und Ermorden?

Die geopolitische Realität auszuklammern finde ich sehr gefährlich. Viele Menschen in meinem Umfeld tun das und sagen dann, sie klinken sich lieber voll aus, da sie sowieso nichts ändern können. Das wegschalten und ausklammern kann vielleicht punktuell richtig und wichtig sein, um sich selbst zu erholen und zu regenerieren. Die Realität nachhaltig zu negieren oder zu verdrängen oder zu leugnen hilft jedoch nicht. Sie holt uns ein. Wenn wir keine Verantwortung übernehmen um gesellschaftliche Entscheidungen mit zu steuern, dann verfahren Andere mit uns wie sie wollen. Diese Anderen sind momentan in Istanbul und entscheiden für uns, dass Krieg und Zerstörung wichtiger ist als Frieden. Sie entscheiden für uns, über unsere Köpfe hinweg, wenn wir die Köpfe einziehen. Und sie treffen Entscheidungen, deren Konsequenzen besonders auch unsere Kinder und Kindeskinder austragen werden müssen. 

In Südtirol gibt es die Initiative WIR NOI mit dem Manifest NO WAR!

Es stiftet mir Hoffnung zu sehen, dass Menschen für den Frieden aufstehen. Besonders freut es mich auch, dass Franz Haller, mein hochgeschätzter Lehrmeister, auch seine Stellungnahme auf der Plattform abgegeben hat. 

Zu geopolitischen Fragen informiere ich mich weiterhin auf diversen Youtube-Kanälen, darunter 

Patrik Baab

Transition Protocol

The Duran

Danny Haiphong

Dialogue Works

Glenn Diesen

 

 

 

China verstehen

In diesem vor wenigen Stunden veröffentlichten Video ist Frau Cynthia Chung zu Gast bei The Duran und spricht mit dem Host Alexander Mercouris. 

Sie analysieren die Resilienz, mit der sich China in den vergangenen Jahrzehnten gegen die aggressiven Methoden des westlichen Kapitalismus zur Wehr gesetzt hat.

Gespräche von unabhängigen Journalist:innen und Analytiker:innen bezüglich Geopolitik unter Berücksichtigung von China finde ich sehr interessant. Einerseits, da China sich in sehr vielen Bereichen zur Lokomotive der Weltwirtschaft entwickelt hat, trotz und wider der Kolonialgeschichte und allen neokolonialen Versuchen des Westens, China weiterhin als Vasall zu halten. Und weil ich aus dem medialen Mainstream hier im Westen beinahe gar nichts über China erfahre, das nicht durch rassistische Linsen gebrochen wäre.

Insofern finde ich es absolut wichtig, unabhängigen Journalismus und mutige, couragierte, redliche Journalist:innen zu unterstützen.

Alexander Mercouris spricht übrigens auch regelmäßig mit Frau Sofia Midkiff auf dem Youtube Kanal Small Town Voices über Geopolitik unter Berücksichtigung chinesischer Perspektiven. Diese Gespräche finden sich hier mit KI auf Deutsch übersetzt.

Auch Danny Haiphong berichtet auch immer mal wieder über China, bereist China und lädt Gäste ein, die chinesische Perspektiven einbringen. 

Auf BreakThrough News gibt es das Format The China Report mit der Host Amanda Yee.

Als Systemiker finde ich das so wichtig: Perspektiven wahr und ernst zu nehmen. Sonst passiert Einfältigkeit oder wie Chimamanda Ngozi Adichie es benannt hat The Danger Of A Single Story.


 

Frida Kahlo, Self-Portrait on the Borderline Between Mexico and the United States (1932). Credit: Modern Art International Foundation.

anschlussfähige Karten

Den Begriff "anschlussfähig / Anschlussfähigkeit" habe ich mir mitgenommen, als die fantastische Almut Fuest-Bellendorf ihn als Referentin bei unserem IARTS Lehrgang systemische Supervision wiederholt verwendete. Der hat bei mir gleich angeklungen. 

Wenn wir Menschen immerzu dabei sind zu basteln, zu bauen, zu konstruieren, etwa: Bedeutungen, Orientierung, Sinn, Zugehörigkeit, Sicherheit.

Dann brauchen wir dazu besonders auch Anschlussfähigkeit für unsere Beziehungen, Verbindungen, Netzwerke, Kooperationen. 

Denn ganz alleine baut sich niemand eine Welt.

UNO spiele ich gerne, weil das Spiel so relativ einfach ist. Viele verstehen die Regeln bald, auch wenn wir zunächst unterschiedliche Sprachen sprechen. UNO bildet bald die Grundlage für eine gemeinsame Sprache. Wir lernen gemeinsam grundsätzliche Unterscheidungen zu treffen: nach Farben, Zahlen... wir lernen geregelte Abläufe einzuhalten. Manche Regeln müssen wir womöglich noch aushandeln oder ausstreiten, wenn sie nicht gleich ganz klar waren. Wir lernen zu gewinnen und zu verlieren, zu eifern und durchzuhalten, Geduld zu üben. Wir lernen mit Gefühlen und Emotionen wie Freude, Zorn, Neid, Ungeduld... umzugehen. Bei UNO kann jede:r bald auch mal gewinnen. Das ebnet Machtverhältnisse.

Damit wir alle gut und gerne mitspielen können, schaffen wir gemeinsam einen Rahmen von geregelter Gewaltfreiheit. 

Viele Aspekte unseres Da-Seins auf dieser Welt können als soziale Spiele beschrieben und verstanden werden. Über Spieltheorie und Spiele-Praxis können wir Verhaltensmuster erkennen, durchspielen, reflektieren und womöglich auch überarbeiten. 

Darum geht es im Prinzip oft auch in der (Einzel-)Beratung und (Gruppen-)Supervision.

Karten-Sets setze ich auch gerne gezielt ein zum individuellen und kollektiven Anknüpfen, etwa als Einstieg in ein Thema, zum Aufmachen von neuen Perspektiven, zum intuitiven Auswählen von Bildern und Metaphern, zum Fantasieren oder zum Verdichten und Konzentrieren von Überlegungen.

Besonders gut gefallen mir unter anderem die Karten des wunderbaren Spiels Dixit.

Kinder, Jugendliche (und Erwachsene)

Seit nunmehr über 25 Jahren arbeite ich mit Kindern, mit Jugendlichen, mit Erwachsenen, in dieser Reihenfolge. Habe ja im Kindergarten begonnen, dann Hortbetreuung, Erzieher in WGs... Spielepädagoge auf Schullandwochen, Arbeit im Jugendtreff, Parkbetreuung (tolles Wiener Konzept der aufsuchenden Jugendarbeit) ... 

... und hatte dabei logisch immer auch mit den erwachsenen Bezugspersonen zu tun, mit Eltern, großen Geschwistern, anderen Verwandten, Lehrpersonen, OmasOpas und und und ...

Irgendwie liegt mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr. Schon seit ich selbst Jugendlicher war und mit 13 schon von Bekannten zum Babysitten angeheuert wurde. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist für mich schon lange Beruf, Berufung.

Ich denke, meine Klient:innen spüren das. 

Durch meine systemische Fort- und Weiterbildung finde ich mehr und mehr Interesse auch an der Arbeit mit Erwachsenen. Einerseits weil ich systemisch verstehe, dass wir alle zusammenhängen und auch die Kids nur im Kontext ihrer Bezugssysteme verstanden werden können, in denen Erwachsene auch zentrale Rollen spielen. 

Zugleich, da ich durch meine systemische Fort- und Weiterbildung erkenne, wie wichtig es für uns Erwachsene ist, unserem eigenen kindlichen Ich/Selbst liebevoll (heilsam) zu begegnen, damit wir auch tatsächlich Erwachsenen-Verantwortung übernehmen können.

Gunther Schmidt hat Style

Kennen tue ich ihn persönlich ja (noch) gar nicht, also so ganz persönlich mit direktem Kontakt und so. Eigentlich erst mal nur von seinen Youtube-Videos auf dem Kanal Life Lessons. Und da hat mir seine Person & Haltung gleich ein Wow! beschert. Wir der das macht! Und zugleich hat mir dann die wunderbare Christine dieses Buch geliehen, während ich gar noch nicht bemerkt hatte, dass der Autor des Buchs eben genau derselbe Mann ist, der mir gerade auf Youtube Wow!Effekte beschert hat. Fügung. Wenn es sich ergibt, würde ich ihn schon liebend gerne auch so ganz persönlich kennenlernen, sprich bei ihm einen Kurs besuchen oder so. Bis dahin bleibe ich ihm auf Youtube verbunden;)

Was ich an seinen Ansätzen unter anderem toll finde:

  • er ist locker
  • fantastisch kann er auch bei echt schwierigen Mustern rausarbeiten, was da eigentlich für positive Gründe/Grundmotive zugrunde lagen oder liegen
  • er bringt in der Gesprächsführung tolle Einschübe/Einspielungen, legt gerne auch mal seine Hypothesen rein...
  • dabei bleibt er jedenfalls voll auf dem Pfad, den die Klient:innen vorlegen 
  • er geht in Mimik und Gestik fantastisch mit den Klient:innen mit und spielt bei seinen aufbauenden Einschüben so lustig mit der Stimmlage 
  • er hat mein Verständnis von Hypnose voll gelockert und erweitert

Systemischer Konstruktivismus und dialektischer Materialismus

Zwei Denkrichtungen, aus denen ich viele Überlegungen für meine Weltanschauung und für meine Arbeit ableite.

Beide finde ich sehr wichtig, für beide bin ich dankbar: für alle Lehrenden und Lernenden, die mich auf die Pfade der Systemik gebracht haben. Zugleich für alle Ansätze der Befreiungsbewegungen, an denen ich mich inspiriere: marxistische/sozialistische Ansätze, daran anknüpfende Ansätze der Pädagogik und Theologie der Befreiung, Ansätze von Intersektonialität, Antiimperialismus und Antikolonialismus.

Um das auf die Reihe zu kriegen bzw. damit gut zu balancieren/jonglieren, kommt mir die Methode Tetralemma gelegen, denn meistens nutze ich für meine Wahrheit eine Schnittmenge aus beiden Ansätzen.

Kleines Beispiel Mobbing. Im Coaching mit der betroffenen Person kommt bald raus, was die Mobbingerfahrung mit ihr macht und wie sie sich selbst in der Opfer-Position ver-/hält. Wir können daran arbeiten, wie (unter anderem durch Reframing) aus der Opfer-Haltung womöglich eine Survivor-Haltung werden und neue Wege aus der Ohnmacht führen können. Wir können konstruktivistisch an der Auflösung alter und einbringen neuer Denk- und Handlungsmuster arbeiten.

Wenn auf der anderen Seite jedoch eine Horde von bis an die Zähne gewaltbesetzten Typen steht und die betroffene Person in der Gewalt-Zange hält, wird das individuell-persönliche Gedankenmuster-Coaching nicht reichen. Da braucht es dann auch neue Hardware, materiellen und technischen BackUp. 

Materielle Machtverhältnisse sind auch konstruiert. Oftmals sind ist die Konstruktion von Machtverhältnissen verdammt solide. Die Analysewerkzeuge, die uns der dialektische Materialismus diesbezüglich bietet, finde ich absolut wichtig, um mit dem Konstruktivismus immer wieder auf einen materiell-realen Boden zu kommen.

Aber ja, auch das Anschaffen von Hardware und BackUp ist Konstruktion und braucht neue Denk- und Handlungsmuster.

Also meist gilt für mich beides zusammen (...DiesDas, 6/7...): 

Systemischer Konstruktivismus und dialektischer Materialismus,

bei Fragen der Geopolitik ebenso wie bei Unternehmens-Beratung, bei Teambuilding wie bei Liebes- und Familienthemen und bei innerpersonellen Herausforderungen. 

Krankheiten / [Problem-]Muster

Systemisch gesagt: lieber als an Krankheit denke ich an Muster, die mitunter sehr problematisch wirken und Leiden/Schmerzen bedingen können = in jenem Fall Problemmuster.

Problemmuster können wir mit wertschätzender Anerkennung betrachten und verstehen, wie sie genau funktionieren. Und dann können Muster womöglich auch geändert werden. 

Ich selbst habe auch meinen Erfahrungsschatz an (Problem-)Mustern. Folglich übe ich Respekt vor den Herausforderungen, die chronische und akute Problemmuster / Krankheiten vielen Menschen bereiten.

Mein Respekt gilt dem Mut, den Menschen aufbringen, um Problemmuster bei sich zu erkennen, sie näher zu betrachten um sie womöglich zu lösen. Das bedeutet oft ja auch, Gewaltmuster und -spiralen anzugehen, die womöglich seit Generationen unheilvoll wirksam sind.

Mein Respekt gilt auch der Kraft, die Menschen aufbringen, um Schwieriges auszuhalten, weil es bisher noch nicht änderbar war. 

Mit meiner Arbeit will ich dazu beitragen, dass diese Lebenskraft genährt, Lebens-bejahende Selbstheilungskräfte gestärkt und aktiviert werden.

Erziehung, Männlichkeit und Liebe

Gerade hatte ich ein Kaffee-Gespräch mit einer lieben Bekannten. Sie ist berufstätig in Teilzeit und erzieht gemeinsam mit ihrem Partner/Lebensgefährten zwei Söhne. Wir haben uns über die Erziehung unterhalten und sind bald auf die gesellschaftlichen Strukturen gekommen, die in Familien wirken und vielfach Widersprüche, Dilemmata und Konflikte erzeugen. Der Klassiker: Sie macht den aller größten Teil der Erziehungs- und Beziehungsarbeit, Hausarbeit mit allem drum und dran, emotionalen Arbeit. Der Partner lehnt sich dabei meist zurück und bekommt den enormen, unbezahlten Aufwand gar nicht so richtig mit. Aus dem Umfeld bekommt sie klassische Sätze ab, wie "Aber er hilft doch auch teilweise im Haushalt mit"... Diese Sätze sind genau dazu da, um das fehlende Gleichgewicht zu zementieren und ihr dann noch zu erklären, sie solle nicht jammern sondern dankbar sein.

Besonders mit dem erstgeborenen Sohn rackert sie sich ab.

Wir reden über diese gesellschaftlichen Zustände, Muster, Traditionen. Manche Dinge lassen sich schwer ändern, aber ein erster Schritt ist fix immer, Sachverhalten wahrzunehmen und gütig ernst zu nehmen. Wobei es dann auch wichtig ist, gekoppelte Gefühle wahr und ernst zu nehmen. Gesellschaftliche Ungerechtigkeit macht zornig, traurig, wütend... wenn wir das wahrnehmen, können wir auch mit den Gefühlen arbeiten. Wenn wir sie verdrängen, macht uns das auf kurz oder lang krank.

Ich erzähle der Bekannten noch vom Buch Männer, Männlichkeit und Liebe von bell hooks. Wie mir das Buch teilweise die Augen geöffnet hat bezüglich meiner Mann-Werdung, meiner Erziehung zu Männlichkeit, meinen konfliktreichen Beziehungen zu meinen Eltern. Bin ja sowieso auch ein bell hooks Fan, deshalb hier noch der Link zu einem Gespräch mit ihr, in englischer Sprache: Bell Hooks Interview (1999)

Ah, hier noch eine Zusammenfassung ihres Buchs "Alles über die Liebe" in deutscher Sprache:

Alles über die Liebe von bell hooks: 17 Minuten Zusammenfassung

Apropos...

Gerade erst gestern (schreibe ich am 27.06.2026) bin ich auf Youtube über eine Buchvorstellung gestolpert, in der Emilia Roig über ihre Neuerscheinung "Lieben" gesprochen hat. 

Mythos Normalität und "hurt people hurt people"

Im Sommerurlaub treffe ich mal wieder wieder die Muse der Lektüre. Das Buch "The Myth of Normal" von Gabor Matè ist eine Leihgabe von Fouzia. Da markiert sich mir unter anderem diese Passage: Gabor Matè beschreibt eine Alltagsepisode, wobei er seiner Lebensgefährtin gegenüber wegen "einer Kleinigkeit" total ruppig und eingeschnappt reagiert hat. Er erklärt, was diese seine körperlich-emotionale Reaktion mit eigenen Kindheitstrauma zu tun hat. Er beschreibt auch, dass seine Frau diese Rationalisierung seiner ruppigen Reaktion nicht als Rechtfertigung durchgehen lässt. Eine Erklärung ist eben keine Rechtfertigung und wir alle haben die Aufgabe, unsere eigenen Wunde möglichst so zu versorgen und mit unserem Schmerz möglichst so umzugehen, dass wir ihn nicht weiter übertragen auf andere liebe Menschen. Das erinnert mich auch stark an ein Kurzvideo von Dr. Ramani mit dem Titel "Do you buy the saying hurt people hurt people?". Da geht es genau darum: Die Schmerzen, die ein Mensch erlebt hat, sollten nicht als Rationalisierung dafür geltend gemacht werden, dass anderen Menschen Verletzungen zugefügt werden. Im Umkehrschluss: wenn wir verantwortungsvolle Menschen sein wollen, liegt es an uns, Kreisläufe der Gewalt zu erkennen und aufzulösen. Beginnen können wir damit - wie immer - wenn schon in erster Linie bei uns selbst. 

Epstein Kapitalismus ist relevanter Kontext

Kontexte sind immer relevant, besonders auch in der systemischen Arbeiet.

Geopolitischer Kontext. Wenn ein politisch und gesellschaftliches System auf Ausbeutung fußt und auf der Logik von Krieg=Frieden, macht das was mit den Menschen, die in diesem System leben. 

In meinem Leben und meiner Arbeit denke ich das mit.  

Wie stehe ich dazu, dass unsere Eliten unsere Kinder in den Krieg schicken wollen?

Wie stehe ich dazu, wenn in kolonialrassistischer Tradition der Krieg verkauft wird als notwendiges Übel gegen "die Fremden / die Barbaren"?

Wie stehe ich dazu, wenn unsere mächtigen Eliten sich in absolut grausamen Verbrecher-Netzwerken organisieren (siehe "unsere" Epstein-Eliten-Kaste mit all ihren Verbindungen)?

Wie stehe ich dazu, wenn mit meinem Steuergeld Völkermord finanziert wird? (NB: Solange Palästina nicht befreit ist, wird es nirgendwo wirklichen Frieden geben)

Ich kann so tun, als hätte das alles keinen Einfluss auf mein Leben. Ich kann so tun, als wäre das alles irrelevant, weil ich "ja sowieso nichts ändern kann". Ich kann so tun, als ob... 

Jedoch glaube ich, dass meine oder unsere kollektive Konstruktion von Wirklichkeit sich dann an einer größeren Wirklichkeit anderer (antikolonialer, antiimperialistischer) Perspektiven stoßt.

Der Völkermord ist nämlich auch dann real, wenn ich oder wir so tun, als würde er nicht stattfinden. Die Perspektiven der Menschen, die ihn erleben und erleiden, wird dadurch nicht ausgelöscht. 

Wir sind handlungsfähig und verantwortlich, auch wenn wir systematisch dazu angehalten werden, uns ohnmächtig zu glauben und zu fühlen.

Wie verhalte ich mich in diesem historischen/geopolitischen Kontext? Wie wirkt er sich auf mein Umfeld und auf mich aus? Wie wirkt er sich auf meine Mitmenschen aus? Auf unsere Kinder? 

Ich glaube, dass es meiner erwachsenen Verantwortung obliegt, mich für eine lebenswerte Welt für meine Kinder und Kindeskinder zu engagieren. Und das bedeutet besonders auch, gegen den zerstörerischen Wahnsinn der Epstein-Klasse zu kämpfen.

Über den geopolitischen Kontext informiere ich mich auf Youtube unter anderem bei folgenden Kanälen:

Transition Protocol

Neutrality Studies

The Duran

Dialogue Works

Glenn Diesen

Gegen Den Strom - Patrik Baab